Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

Open-Source-Engagement als Investition für Agenturen

Wie Agenturen durch TYPO3 Open-Source-Beiträge Expertise aufbauen, Talente gewinnen, Mitarbeitende binden und dauerhaften geschäftlichen Mehrwert schaffen.

Einleitung

Open-Source-Projekte werden von vielen unterschiedlichen Arten von Beiträgen geprägt. Manche sind sichtbarer, etwa die Entwicklung des Cores oder Vorträge bei Community-Events. Andere geschehen eher im Stillen: Extensions pflegen, Dokumentation schreiben, Marketingmaterialien erstellen, an Teammeetings teilnehmen oder einfach Wissen und Erfahrungen mit anderen teilen.

Im Fall von TYPO3 bringen diese Beiträge Menschen aus dem gesamten Ökosystem zusammen. Viele von ihnen arbeiten für Agenturen, die ihr eigenes Geschäft auf TYPO3 aufbauen. Daraus entsteht eine interessante Beziehung. Agenturen profitieren von der Arbeit der gesamten Community, während die Zeit und Expertise, die sie im Gegenzug einbringen, Ressourcen sind, die sie sonst in ihr eigenes Geschäft investieren könnten.

Florian Froidevaux kennt beide Seiten seit Jahren. Er arbeitet bei in2code, ist Co-Lead des TYPO3-Marketingteams und war zu Gast im „TYPO3 Business Insights“-Podcast, um darüber zu sprechen, wie sich diese Balance in der Praxis gestaltet. Seine Erfahrung zeigt, wie es aussehen kann, wenn eine Agentur Open-Source-Engagement nicht als etwas betrachtet, dem Mitarbeitende ausschließlich in ihrer Freizeit nachgehen, sondern aktiv Raum dafür schafft.

Und das wirft eine Frage auf, die einen genaueren Blick lohnt: Was bekommt eine Agentur zurück, wenn sie Mitarbeitenden Zeit gibt, sich einzubringen?

Raum für Open-Source-Beiträge schaffen

Es gibt nicht den einen Weg, zu einem Open-Source-Projekt beizutragen. Florian vergleicht es mit ehrenamtlichem Engagement in einem Sportverein: Manche trainieren eine Mannschaft, andere pflegen den Platz oder übernehmen Verantwortung im Vorstand. Eine Software-Community funktioniert ganz ähnlich.

„Es gibt alle möglichen Arten von Beiträgen.“

– Florian Froidevaux

Für Agenturen kann es bei der Förderung dieses Engagements daher weniger darum gehen, Mitarbeitende zu Beiträgen aufzufordern, als vielmehr darum, denen, die sich beteiligen möchten, die Möglichkeit dazu zu geben.

Was kommt zurück?

Mitarbeitenden Zeit für Open-Source-Beiträge zu geben, bedeutet, echte Kosten in Kauf zu nehmen. In Florians Fall kommt auf jeweils zwei Stunden, die er für das Marketing des Unternehmens aufwendet, etwa eine weitere Stunde für Open-Source-Beiträge. Für die gesamte Agentur beschreibt er die Investition in diese Zeit insgesamt als beträchtlich.

Der Ertrag lässt sich deutlich schwerer in einer einzigen Zahl ausdrücken. Doch mehrere Effekte werden sichtbar.

Einer davon ist das Recruiting. Ein Unternehmen, das die Mitwirkung in einer Open-Source-Community aktiv unterstützt, kann für Menschen attraktiv werden, die genau diese Möglichkeit suchen. Ein weiterer ist die Mitarbeiterbindung: Mitarbeitende, die innerhalb einer Community Beziehungen, Expertise und eine eigene Rolle aufbauen, schätzen womöglich einen Arbeitgeber, der es ihnen ermöglicht, dieses Engagement fortzuführen.

„Man wechselt nicht zu einem anderen Unternehmen, nur weil man dort vielleicht ein paar hundert Euro mehr verdient, wenn man weiß, dass man dadurch möglicherweise nicht mehr das tun kann, was man liebt […] bei der Arbeit.“

Sichtbarkeit ist ein weiterer Effekt. Mitarbeitende, die sich einbringen, werden für das bekannt, was sie tun. Das kann sie für andere Arbeitgeber sichtbar machen, macht aber auch ihre Expertise – und damit auch die Expertise ihrer Agentur – für potenzielle Kundschaft sichtbar.

Vom Open-Source-Beitrag zur Expertise in Kundenprojekten

Der Nutzen kann sich direkt auf Kundenprojekte auswirken. Menschen, die sich aktiv an einem Projekt beteiligen, wissen mehr als nur, wie man die Software bedient: Sie verstehen, wie sich die Software weiterentwickelt, wer daran beteiligt ist und wie Änderungen zustande kommen.

Wenn ein Problem im TYPO3-Core ein Kundenprojekt betrifft, können Mitwirkende den Fix möglicherweise selbst entwickeln und ihn beim Projekt einreichen. Wenn eine neue TYPO3-Version erscheint, bringen Menschen, die im Ökosystem aktiv sind, Wissen aus erster Hand in Schulungen und Beratung ein.

So entsteht eine Form von Expertise, die sich von außen nur schwer nachbilden lässt.

„Man muss nicht mehr erklären, dass man der TYPO3-Experte ist.“

Es gibt keine einfache Formel, um den Ertrag von Open-Source-Beiträgen zu berechnen. Zeit, die in Teams, Code, Dokumentation, Meetings oder Community-Aktivitäten fließt, bleibt Zeit, die eine Agentur nicht anderweitig einsetzen kann. Doch wer nur auf diese Stunden schaut, übersieht, was die Mitwirkung im Gegenzug schaffen kann: tiefere Expertise, stärkere berufliche Netzwerke, Sichtbarkeit, Entwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeitende über ihre tägliche Rolle hinaus und eine engere Verbindung zu dem Projekt, auf dem eine Agentur ihr Geschäft aufbaut.

Ein Engagement für das Ökosystem

Gleichzeitig reicht diese Investition über die einzelne Agentur hinaus. Open-Source-Projekte brauchen Menschen, die bereit und in der Lage sind, sich zu beteiligen. Wenn Unternehmen ihren Mitarbeitenden Raum dafür schaffen, tragen sie dazu bei, die Strukturen zu erhalten, über die Wissen geteilt und Entscheidungen diskutiert werden – und durch die sich das Projekt weiterentwickelt.

Für Agenturen können Open-Source-Beiträge daher beides sein: ein Bekenntnis zum Ökosystem und eine Investition in die eigene Organisation. Florians Erfahrung zeigt, dass diese beiden Seiten nicht miteinander konkurrieren müssen. Wer etwas zurückgibt, kann damit auch einen Mehrwert schaffen, der auf ganz unterschiedliche Weise zurückkommt.

Erfahren Sie mehr darüber, wie Sie zum TYPO3-Projekt beitragen können

Dieser Artikel stützt sich auf Erkenntnisse aus dem Podcast „TYPO3 Business Insights“. Die vollständige Folge ist hier verfügbar, zusammen mit einem vollständigen Transkript hier.